B33 – Die Scheu vor dem Groß-Schlemm

Viele Spieler zögern dabei einen Groß-Schlemm auszureizen. Das zeigte sich wieder einmal bei Board 16 im Turnier des BC München-Lehel am 5.April.

Die Reizung

West hat 25 FL und eröffnet mit 2T Vollspielforcierend. Die stärkste Eröffnung verspricht bei mir ab 23 FL oder 9 Spielstiche in Oberfarben.

Ost antwortet positiv mit 2C. Das verspricht mindestens 5-er C und ab 8 FL.

Nach dieser positiven Antwort sollte West den Coeur-Fit bestätigen mit 3C. Das ist nach der bisherigen Reizung nicht passbar und fordert Ost auf, eine Erst- oder Zweitrundenkontrolle zu zeigen, was mit 4T geschieht. Selbst wenn Süd mit 6-er Pik und 6 F dazwischen reizt (bei uns geschehen), ändert sich an der Reizung nichts. Jetzt kann West mit 4SA die Ass-Frage stellen. 5T verspricht bei mir 4 oder 1 Keycards von 5 möglichen.

Eigentlich sollte West jetzt genug Informationen haben, um sofort mit 7C abzuschließen. Man hat keine Verlierer in Coeur, Karo und Treff und der mögliche Verlierer in Pik kann mit großer Sicherheit auf Karo entsorgt werden. Wer besonders vorsichtig sein will, könnte noch nach Königen fragen. Je nach Vereinbarung ist das mit 5P oder 5SA möglich.

Bei der vorliegenden Verteilung gehen zwar auch 7SA, allerdings weiß West nicht, wie viele Karos bei Ost sind. 7C gehen auch dann, wenn die Karos beim Gegner ungünstig liegen.

Das Ergebnis

Beim aktuellen Turnier hat niemand den Groß-Schlemm erreicht. Ein Paar reizte 6SA, dafür gab es bereits 100%, für 6C gab es immerhin noch 78%. Wer nur 4C reizte, musste sich mit 14% begnügen.

Das Abspielen des Kontrakts stellt einen vor keine Herausforderungen.

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