B69 – Ist das ein Fall für Dummy reversal?

Ist das ein Fall für Dummy reversal? Diese Frage stellte sich bei Board 12 beim Tea Time-Turnier des DBV am 3. August. Gespielt wurde an 36 Tischen.

Die Reizung

West eröffnet 1♠, Nord und Ost passen. Süd sagt in letzter Position Kontra, worauf Nord 2 bietet. Ost passt und Süd muss mit folgendem Blatt den Kontrakt ansagen:

Verteilung Süd - Ist das ein Fall für Dummy reversal?

Mit 19 Figurenpunkten und einer Chicane in Karo will man natürlich zumindest das Vollspiel. Wenn man noch in Betracht zieht, dass nach der Reizung und dem eigenen Blatt bereits 10 Pik-Karten bekannt sind, müsste Nord dort eigentlich eine Kürze haben. Bei unseren Gegnern war Süd jedenfalls vom eigenen Blatt so beeindruckt, dass ohne weitere Abfrage des Partners direkt 6 geboten wurden.

Reizung

Das Ausspiel

Jetzt muss man nur noch den Kontrakt erfüllen. Als Ausspiel von Ost kommt B. Nord ist Alleinspieler und macht den Spielplan mit diesem Blatt:

Verteilung Nord - Alleinspieler

Den ersten Stich wird man sicher verlieren. Welche Pik-Karte würden Sie auf Süd in zweiter Position zugeben? Bitte wählen und dann weiterlesen.

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B69 - Welche Karte auf Süd ?

Ist das ein Fall für Dummy reversal ?

Normalerweise zählt man die Verlierer von der längeren Trumpfseite, also von Nord.

Verteilung Nord
Verteilung Süd - Ist das ein Fall für Dummy reversal?

Verlierer-Zählung von Nord: Man hat 1 Verlierer in Pik, keinen in Coeur, 5 in Karo und keinen in Treff. 2 Karo-Verlierer kann man auf Treff entsorgen. Aber was macht man mit den anderen drei? Einmal kommt man mit Treff in die Hand, um einen Verlierer zu verschnappen. Aber danach kommt man nur noch in die Hand, wenn man Pik verschnappt. Außerdem hat Ost keine Pik-Karten mehr, man darf also keinen zu kleinen Trumpf einsetzen. Dieser Spielplan wird nicht funktionieren.

Verlierer-Zählung von Süd: Bei 9 gemeinsamen Trümpfen kann man auch einen Dummy reversal in Betracht ziehen. Von Süd aus hat man nur Verlierer in Pik und durch die Reizung weiß man, dass die restlichen Pik-Karten bei West sind. Jetzt lohnt es sich, die eigenen Pik-Karten genauer anzuschauen. Ausgespielt war B, selbst hat man die D und ab der 8 alles nach unten, am Tisch liegt die 10. Wenn man beim ersten Stich die D einsetzt und West den K nimmt, fehlen nur noch das A und die 9. Egal ob die 9 nun bei West oder Ost sitzt, kann man die Piks hochspielen. Liegt die 9 bei Ost fällt sie bei der zweiten Runde, liegt sie bei West, kann man zweimal ein kleines Pik spielen und jedes Mal schnappen, wenn West darüber geht. Nach der dritten Pik-Runde sind die Pik-Karten bei Süd hoch und man verliert keinen weiteren Stich.

Setzt man die D im ersten Stich nicht ein, ist der Kontrakt verloren. West bleibt klein und sitzt jetzt immer noch mit A, K und der 9 hinter den Pik-Karten von Süd.

Das Ergebnis

An 36 Tischen wurde nur zweimal der Schlemm gereizt und nie erfüllt. Unser Gegner hat glücklicherweise die D nicht eingesetzt. Einige Spieler, die nur das Vollspiel gereizt hatten, machten 2 Überstiche. Davon haben 4 Spieler die D in zweiter Position eingesetzt, die anderen profitierten von Gegenspielfehlern.

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