GT12 – Blattbewertung

Beim 25. DBV-Festival in Wyk im Jahr 2025 gab es auch zum 1. Mal ein Kneipenturnier. Gunthart Thamm, der Chefturnierleiter des Deutschen Bridgeverbands, hat daraus ein Buch mit 24 Lehrbriefen entwickelt. Bei Board 12 geht es um Blattbewertung. Teiler ist West und Nord/Süd sind in Gefahr.

Die Eröffnung

Der Teiler auf West passt.

Wie eröffnet Nord?

Richtige Bietweise: 1

An den meisten Tischen gab es jedoch die unten aufgeführte Reizung mit verschiedenen fehlerhaften Elementen:

  • 1SA: 15-17FL
  • 2: Transfer ausgeführt
  • 4: Fit bestätigt

  • 2: Transfer auf Coeur
  • 3SA: ab 10FL, ausgeglichen
  • Pass
  1. Nord hat keine Eröffnung mit 1SA. Lesen Sie dazu die Blattbewertung in Forum D nach Dr. Karl-Heinz Kaiser. Das ist eine sinnvolle und interessante Lektüre. Darin steht u.a., dass man einen Punkt abziehen soll, wenn man aus der Gruppe der Asse und 10-er nicht die durchschnittlichen 2 Karten hat, denn Asse sind mehr Wert als 4 Punkte und 10-er nicht 0. Weiterhin vermindert man seine Punkte um 1 bei einer 4-3-3-3-Verteilung. Mit einer solchen kann man maximal einen Längenstich machen. Schon eine 4-4-3-2-Hand ist in dieser Hinsicht doppelt so gut.
  2. Süd bietet keinen Transfer. Es gibt einen Thamm-Spruch, der so einfach ist, dass sogar ich ihn mir merken kann. Der lautet: Kein Single – dann Sans. Nord hat kein Singleton, Süd sieht auch keines. Warum soll besser sein als Sans? Man kann nichts schnell schnappen und ist noch dazu einer möglichen schlechten Trumpf-Verteilung ausgeliefert.
  3. Nach Ausführung des Transfers hat Süd mit 3SA gezeigt, dass er nur ein 5-er , keine weitere 4-er Farbe hat und 10+ Punkte. Jetzt weiß auch Nord, dass niemand ein Single hat. Wenn Nord jetzt nicht die letzte Ausfahrt vor der Katastrophe nimmt und passt, hat er doppelte Schuld am Ergebnis.

Die bessere Reizung

  • 1: 4-er Länge
  • 1SA: 12-14FL

  • 1: mind. 4-er , ab 6FL
  • Pass

1 statt  1SA wird wegen der Abwertungen vorgeschlagen. 1 bietet man ab 6 Punkten mit mindestens 4-er . Darauf 1SA heißt 12-14 Punkte, kein 4-er ♠, kein 4-er , kein 6-er , kein 4-er ♣, also ausgeglichen. Man darf auch einmal Maximum haben. Und das ist schon das Ende. Mit 10 Punkten hat Süd keinen Anlass für weitere Gebote.

Das Spiel

In 4 gehen ♣A und 3 Trumpf-Stiche verloren. Außerdem verliert man den nicht sitzenden ♠-Schnitt. Wenn man versucht, über die ♠-Verlierer abzuwerfen, bekommt der Gegner einen Schnapper mit 2 statt des ♠-Stichs. Es werden also heldenhafte 2 erfüllt. Gratulation dazu.

Wenden wir uns einem SA-Kontrakt von Nord zu: Den zu erwartenden ♠-Start gewinnt die Dame und ♣-Spiel treibt das Ass heraus. Den nachgespielten ♠B lässt Nord großzügig gewinnen, um die Verbindung der Gegner in dieser Farbe zu kappen, und nimmt erst zwangsweise den nächsten ♠-Stich. Dann zieht man alle ♣- und -Karten. Jetzt haben Nord, Süd und West nur noch -Karten. Eine von denen spielt jetzt Nord. West wird dadurch eingespielt. Das sind dann 9 Stiche und möglicherweise ein volles Spiel.

Ergebnis

Sehen Sie auf dem Boardzettel die vielen Minuszeichen hinter den -Kontrakten? Alle 27 Alleinspieler sind gefallen. Es ist ein weiteres Board aus diesem Turnier nach der Regel kein Single – dann Sans.

Boardzettel:       (Idealergebnis: N 1SA +2   + 150)

         3x  N 3SA =     + 600  86,0 MP         7x  N 3SA -2   –  200  41,0 MP

         1x  N 1SA =     +   90  82,0                1x  S 3 -2     –  200  41,0

         3x  N 4 -1      –  100  71,0              10x  N 4 -3     –  300  10,0

         7x  N 3SA -1    –  100  71,0                1x  S 4 -3     –  300  10,0

       12x  N 4 -2      –  200  41,0                                                                98%

Merkspruch

Figurenpunkte sind nur ein Teil bei der Bewertung der Stärke einer Hand.