GT4 – Strafkontra gegen die 1SA-Eröffnung

Beim 25. DBV-Festival in Wyk im Jahr 2025 gab es auch zum 1. Mal ein Kneipenturnier. Gunthart Thamm, der Chefturnierleiter des Deutschen Bridgeverbands, hat daraus ein Buch mit 24 Lehrbriefen entwickelt. Bei Board 4 geht es um das Strafkontra gegen die 1SA-Eröffnung.

Die Reaktion auf die 1SA-Eröffnung

Nach 2 Passanten hat Ost eine typische 1SA-Eröffnung (15-17FL).

Verteilung Süd - Strafkontra gegen die 1SA-Eröffnung

Wie reagiert Süd darauf?

Das beste Gebot

Richtige Bietweise: Kontra (Strafkontra).

Gegen 1SA gibt es viele Konventionen, die Einfärber oder Zweifärber zeigen. Die beste Konvention ist Kontra (Strafkontra)! Wenn Sie mindestens dieselbe Stärke wie der Punktbereich des Eröffners haben, dann bieten Sie Strafkontra. Ihre Könige hinter dem starken Gegner machen Stiche und seine nicht. Außerdem spielen Sie aus. Sie sind einen Stich im Vorteil, Ihre Farbe hoch zu machen. Das nennt man Tempo.

Wenn Sie aber unbedingt Konventionen gegen 1SA spielen wollen, dann achten Sie darauf, dass Kontra für Strafe ist, also don’t play DONT! Nord sollte im Strafkontra drin bleiben. Die Strafkontras des Partners sind heilig. Und wenn er doch einmal ausweicht, weil er -2 Punkte hat, kann Süd immer noch 2 bieten. Falls Ost-West einen anderen Kontrakt ansteuern, wird es nicht besser. Aus diesem Board kommen sie bridgemäßig nicht lebend heraus.

Das Gegenspiel

Natürlich startet Süd mit K. Das hätten Sie auch gemacht – ist aber falsch. Sie können im Aus- und Nachspiel zeigen, welche Farbe der Partner bringen soll, falls er an den Stich kommt. Wenn Sie K, dann D, B spielen, weisen Sie auf die ♠-Farbe hin. D, dann K, dann B (middle up down) zeigt die mittlere Farbe . Und B, D, K beginnt von unten und meint ♣. Das ist sozusagen Lavinthal im Ausspiel, man könnte es auch Thamminthal nennen. Dieses Signal können Sie nur mit KDB oder AKD machen, mit DB10 funktioniert es nicht! In diesem Board ist das nicht so wichtig. Der Gegner hat 4 Stiche. Die sollte er alle machen und sich in sein Schicksal ergeben. Das sind dann +800.

Auch wenn West noch das ♣A von Nord hätte, geht 1SA mit 24 gegen 16 Punkte down! Ost hat dann nur 3+1+0+1 Stiche von oben. Süd hat 0+4+3+0. Wenn Ost einen verlierenden -Schnitt macht, kann Süd einfach ♣ spielen. Das gibt Ost nur einen zusätzlichen Stich in der Farbe aber Nord-Süd später auch einen. Das verdeutlicht, wie wichtig der positionelle Vorteil ist.

[Unser Gegner machte noch Experimente, indem er A gewann, zum A ging, um einen verlierenden -Schnitt zu machen. Nach Abzug der -Farbe kam ♣ zum Ass, ♣B vorgelegt, gedeckt mit Dame und König. Wieder ♣ und zum Schluss ließen Ost nur die beiden Oberfarb-Asse und +1400 für 5 down.]

Schauen Sie auf den Boardzettel: Mit Kontra können Sie im Turnier die meisten Punkte gewinnen.

Ergebnisse

Boardzettel:       (Idealergebnis: O 1SAX -3   + 800)

         1x  O 1SAX -5  + 1400  88,0 MP        5x  S 2 +1   + 140  25,0  MP

         1x  O 1SA -5     +   500  86,0              2x  N 3♣ =     + 110  12,0

       12x  O 1SA -3     +   300  73,0              1x  N 2♠ =     + 110  12,0

         1x  S  2 +3      +   200  50,0              2x  S 2 =     + 110  12,0

       10x  O 1SA -2     +   200  50,0              1x  O 1SA -1 + 100    6,0 

         2x  N 2 +2       +   170  37,0              1x  S 3♣  -1    – 100   3,0

         1x  S 2SA +1     +   150  34,0              1x  S 2 -1     – 100   3,0

         2x  N 2♠ +1       +   140  25,0              1x  S 3SAX -3 – 800   0,0

         1x  S 2♠ +1       +   140  25,0                                                            100%

Merkspruch

Bei gleicher Stärke wie der SA-Eröffner ist Kontra erfolgreich.