Beim 25. DBV-Festival in Wyk im Jahr 2025 gab es auch zum 1. Mal ein Kneipenturnier. Gunthart Thamm, der Chefturnierleiter des Deutschen Bridgeverbands, hat daraus ein Buch mit 24 Lehrbriefen entwickelt. Bei Board 8 geht es um das erste Ausspiel. Beide Parteien sind in Nichtgefahr.
Die Reizung
West ist Teiler und hat eine normale 1♠-Eröffnung.

Soll Nord einen schwachen Sprung in ♣ machen? Nein, nicht. 100% der Punkte sind außerhalb der ♣-Farbe und man weiß nicht, ob der Gegner ein volles Spiel ansagen will.
Ost darf ♠ nicht irgendwie heben, denn 2♠ zeigt 6-9 Punkte, 3♠ 10-11 und 4♠ 0-10 Punkte mit irgendeinem Singleton. Deshalb muss er den Umweg über 2♦ machen („neue Unterfarbe forcing“). Dazu braucht man nur 3 Karten. West behandelt die Farbe aber so, als wären es 5, und hebt ♦. Jetzt endlich kann Ost das volle Spiel in ♠ bieten.
Nord weiß nun, dass der Gegner eine Partie spielen will. Das ist der Zeitpunkt, mit 5♣ ein Opfergebot zu tätigen. Ist das nicht gefährlich? Nein, man ist nicht in Gefahr. Der Gegner hat wohl einen Doppelfit. Man wird jetzt fast nie 5♣ im Kontra spielen. Und wenn doch, ist es bestimmt besser als -420 (in diesem Board -300).
Was soll Ost machen? Er wendet die Konvention Forcing Pass an:
- Wenn der Gegner über ein eigenes Vollspiel bietet, geht man auf Stufe 5, wenn man keinen Verluststich in der Gegnerfarbe hat.
- Mit genau einem Stich dort abzugeben, bietet man Pass. Das ist dem Namen der Konvention entsprechend forcierend, denn man lässt den Gegner nicht unkontriert spielen, wenn man eine Partie erfüllen will.
- Hat Ost mehr als einen Stich in ♣ zu verlieren, bietet er Kontra.
Nun ist West in der Lage, die Situation richtig zu beurteilen. Er muss nicht im Bietnebel herumstochern sondern kann 5♠ bieten, weil der eine Verluststich in ♣ durch sein Ass abgedeckt ist.
Jetzt haben Nord-Süd eine bessere Chance, den Gegner zu schlagen.
Das Gegenspiel
Nord darf/muss jetzt gegen 5♠ ausspielen. Welche Karte soll es sein?