Rezensionen von Lehrbüchern

„Was machte ich mit dem Gelde, wenn ich nicht Bücher kaufte?“ (Lessing)

Wer im Bridge mehr als ein Mittelmaß erreichen will, kommt über die eigene Weiterbildung mittels Literatur nicht hinaus.

Das Bridge-Magazin des DBV ist eine Möglichkeit. Gleichwohl, es braucht Bücher, die ausführlicher und konkreter auf Einzelthemen eingehen oder eine Vielzahl von Beispielen zu Reizung und Abspiel anbieten. Daneben auch solche Bücher, die das in Deutschland meist gespielte Bietsystem FORUM D komplett oder in wesentlichen Teilen darstellen.

Die deutschsprachige Bridgeliteratur ist übersichtlich. Vieles ist aus dem Englischen, manches aus dem Französischen übersetzt. Wir stellen auf unserer Website in lockerer Folge Bücher vor, um Interessierten einen ersten Eindruck und Hilfe für eine Kaufentscheidung zu geben. Die Kurzrezensionen geben eine persönliche Meinung wieder und sind weder von Verlagen noch Autoren (durch Freiexemplare oder persönliche Beziehungen) beeinflusst.

Markierung

von Robert Koch

Ersterscheinung 2014, 2. Auflage 2020, ISBN 978-3-9813539-5-2

Ein handliches dünnes Buch, das man sogar in die Manteltasche stecken und auf dem Weg in den Bridgeclub lesen kann.

Der Autor, Gründer der Wiesbadener Bridgeschule, gliedert sein Buch in folgende Kapitel:

  • Was lässt sich alles markieren?
  • Welches Markierungssystem?
  • Die verdeckten Hände entschlüsseln
  • Markieren im ersten Ausspiel
  • Ausspiel gegen SA-Kontrakt
  • Ausspiel gegen Farb-Kontrakt
  • Die Positiv-/Negativ-Markierung
  • Lavinthal
  • Längenmarkierung

Es folgen 10 Übungen mit Lösung.

Robert Koch schreibt klar und leicht verständlich. Als Leser braucht man nicht erst „Schwung holen“ um sich an ein Kapitel zu machen – man merkt sofort die Übersichtlichkeit und den angenehmen Schreibstil. Ich schaue immer wieder gerne rein!

Alexander v. Dercks, Februar 2022

Was spielen wir Partner?

von Yves Mucha

Ersterscheinung 2011 („Que jouons-nous partenaire – Nos conventions partenaire“)

2. Auflage 2016, ISBN 978-3-9816469-4-8

Nein, dies ist kein reines Lehrbuch. Im ersten Teil (mehr als die Hälfte des Buchs) vielmehr ein praktischer Leitfaden, mit dem Partner alle möglichen (und hier systematisch abgefragten) Reizmöglichkeiten durchzusprechen und durch Ankreuzen das Buch dann als Nachschlagewerk zu verwenden. Im zweiten Teil werden die Konventionen in Kurzform beschrieben.

Dieses Buch ermöglich es einer Partnerschaft, eine Vielzahl von Bietsystemen dem eigenen Spielstil (und dem eigenen Können) auszusuchen. Dabei geht es weniger um das „beste“ System (das gibt es wohl ohnedies nicht) als um das für beide Spieler „am besten passende“. Jeder Durchschnittsspieler wird über eine für ihn neue und interessante Facette stolpern, die er zusammen mit seinem Gegenüber mal ausprobieren will.

Fazit: Mal etwas Anderes! Eine gute Ergänzung für diejenigen, die gerne an ihrer Reizung feilen und neugierig auf Alternativen sind. Und für all die Spieler, die nicht so recht wissen, was sie mit ihrem Partner für die eine oder andere Situation überhaupt vereinbart (oder auch nicht vereinbart) haben.

Alexander v. Dercks, Februar 2022

Aktive Reizung – Kompetitive Reizung – Gegenreizung mit Erfolg

von Michel Bessis und Norbert Lébely

Ersterscheinung 2002 bzw. 2004

Die Buchreihe wurde aus dem Französischen übersetzt und vom Deutschen Bridge Verband herausgegeben.

Es ist interessant, ein Bridgebuch mit dem Stand vor 20 Jahren in die Hand zu nehmen. Da liegen Bridge-Welten dazwischen! Natürlich macht es Freude, sich anzuschauen, wie man damals geboten und gespielt hat – und vieles macht man heute auch nicht anders. Womöglich findet sich auch die Antwort auf eine Frage, die man in vielen anderen Büchern vergeblich sucht.

Gleichwohl ist die Buchreihe angesichts ihres Alters und ihres nicht sehr gut zu lesenden Schriftbildes nur bedingt eine Empfehlung. Zu groß ist das Angebot moderner, ansprechend geschriebener und gedruckter Bridgeliteratur. Wer sich aber historisch für die Entwicklung unseres wunderbaren Hobbys interessiert, den wird die geringe Ausgabe für diese Ergänzung seiner Bridgebibliothek nicht reuen.

Alexander v. Dercks, Februar 2022

Die teuren, leichten Fehler – Ein Bridgeturnier zum Kiebitzen, Mitdenken und Lernen

von Stefan Back

ISBN 978-3-00-050123-4

Das „andere“ Back-Buch! Nach den beiden Büchern „Bridge verstehen“ hier eine Lesebuch, das einen Turnierabend amüsant und äußerst lehrreich schildert.

Stefan Back braucht auf einer Bridgereise für ein Turnier eine Partnerin, um ein ordentliches Movement dazustellen. So kommt es zu einem Abend (am Tisch!) mit einer seiner Schülerinnen. Neun dieser Spiele analysiert er auf seine unterhaltsame, leicht zu lesende Art – oft in Gesprächsform – und nutzt jedes Fettnäpfchen, in das seine Partnerin tritt, als Anschauungsobjekt. Die Erklärungen erfolgen dann in der „10. Runde“ (in der Realität an der Bar). Back vergisst auch nicht, jedes Spiel einem konkreten Thema zuzuordnen und dem Leser hierfür ein Merkblatt an die Hand zu geben.

Fazit: Vom Schreibstil und der guten Lesbarkeit her (der Druck ist immer wichtig!) wieder mal ein echter Back …. und doch anders. Sehr unterhaltsam und gleichzeitig lehrreich dank der Hinweise auf ganz viele Seitenthemen: Back vergisst sogar die Bridgeethik nicht! Ein ideales Geschenk für den/die Brigdepartner/in, weil das Buch aus dem Raster der klassischen Lehrbücher herausfällt – und trotzdem viel Wissen vermittelt. Alexander v. Dercks, Dezember 2021

Robert Koch´s Bridge-Lexikon

Ersterscheinung 2002, 6. Auflage 2017

ISBN 3-9806482-5-7

Dies war mein erstes Bridgebuch überhaupt und hat auch heute noch einen besonderen Platz in meiner Bridgebibliothek.

Zugegeben: Allen sehr guten Spielern wird das Lexikon keine großen Erkenntnisgewinne mehr bringen. Ich hingegen freue mich, es ab und zu mal in die Hand zu nehmen. Wie funktioniert eigentlich „Rubber-Bridge“ und was steckt hinter der Ausspielkonvention „Rusinow“? Was unterscheidet „Josephine“ von „Keycard Blackwood“? Aber auch viele sehr alltägliche Begriffe wie „Ropi-Dopi“ oder das „Schweizer System“ werden ebenso wie weit über 200 andere Fachbegriffe leicht verständlich, teilweise auch mit nettem Humor beschrieben.

Robert Koch hat 1983 die Wiesbadener Bridgeschule gegründet und ist am Schachbrett ebenso zu Hause wie am Bridgetisch. Mit diesem Buch hat er einen wichtigen Beitrag geleistet, interessierten Bridgespielern Antworten auf häufige und seltene Fragen rund um unseren Lieblingssport und seine Begriffswelt zu geben. Im schulischen Benotungssystem würde ich diesem Nachschlagewerk frohen Herzen eine Eins geben. 

Alexander v. Dercks, Dezember 2021

Das neue Bridge-Gefühl

von Joachim Frhr. von Richthofen

Ersterscheinung 1981

ISBN 3-88793-051-7

Wer kennt sie nicht, die spaßigen, gut zu erinnernden Merksprüche von Richthofen: „Hast du 4-3-3-3, ist Stayman nutzlos Spielerei“ oder „Willst du spielen Schnipp und Schnapp, zieh erst die Gewinner ab“?

Hinter diesen zunächst trivial klingenden Versen steckt mehr, als man auf den ersten Blick vermutet. Richthofen liefert zu jedem Spruch gute Erklärungen anhand von gut gewählten Spielbeispielen. Klar, manches muss man relativ sehen und nicht als die einzige Wahrheit. Aber es bleibt vieles hängen, was man in der Praxis gut umsetzen kann – und was dem sehr guten Spieler natürlich ohne diese Merkhilfe längst in Fleisch und Blut übergegangen ist.

Fazit: Für nicht so versierte Spieler eine sehr hilfreiche, amüsante Lektüre. Und für viele andere eine sinnvolle Auffrischung manch eingerosteten Wissens.

Alexander v. Dercks, Dezember 2021

Die Kunst, über Bridge nachzudenken

von Torsten Kistner, Ersterscheinung 2020 (bookmondo.de)

Mal ein „anderes“ Bridgebuch! Ein richtiges Lesebuch, das gleichzeitig Lernbuch ist.

Über den Autor heißt es: „Er hat evangelische Theologie und Mathematik studiert und spielt seit 30 Jahren mit wechselndem Erfolg Bridge – meistens in der Regionalliga“. Zu ergänzen wäre: Gut schreiben kann er auch noch.

Nicht erschrecken, wenn man den Wälzer mit über 600 Seiten vor sich hat, er ist gut gegliedert:

  • Der Spielplan im Überblick
  • Auswertung der Reizung und des Ausspiels
  • Der Kampf um die Stiche
  • Der Kampf um die Kontrolle
  • Der Kampf um die Übergänge
  • Stiche aus dem Nichts
  • Information
  • Tempo und Timing
  • Die Suche nach dem besten Spielplan.

Der Spielplan ist das „Ein-und-alles“ der Experten. Den Halbexperten ist es oft zu mühsam und sie flüchten in den Gedanken, dass sich schon alles ergeben wird. Kistner zeigt, dass ein retardierendes Moment vor dem Legen der ersten Karte nie schaden kann und meist ein besseres Ergebnis bringt.

Gut zu lesender Druck, ca. 300 Beispielhände, launiger Text: Man nimmt dieses Buch fast schon für die Entspannung immer wieder in die Hand, wenn gerade mal eine Viertel- oder halbe Stunde Zeit ist. Es garantiert viele Aha-Effekte! Dieses Buch ist sicher kein MUSS, aber es trägt bei, unser Hobby Bridge noch bunter zu machen.

Alexander v. Dercks, September 2021

FORUM D PLUS 2015

von Dr. Karl-Heinz Kaiser, Ersterscheinung 2015, ISBN 978-3935485586, 978-3935485500, 978-3935485586

Die drei Bücher über FORUM D PLUS 2015 kann man sicher als das Standardwerk zu diesem Bietsystem bezeichnen, an dem niemand vorbeikommt. Kaiser hat alles zusammengefasst, was man über die ungestörte Reizung, die Gegenreizung und die Wettbewerbsreizung wissen muss. 

Nein, das sind keine Bücher, die man mal so durchliest. Vielmehr liegt hier eher ein Nachschlagewerk vor. Oder man greift sich ein konkretes Problem heraus und arbeitet dies durch. Die Bücher können den Anspruch großer Vollständigkeit erheben. Das ausführliche Stichwortverzeichnis erlaubt das Suchen nach bestimmten Themen, wobei ich mir hier einen Fettdruck für die Seiten gewünscht hätte, auf denen die Essenz eines konkreten Bridgeproblems steht – so blättert man oft länger, bis man am Ziel ist. Dafür liefert Kaiser mit seinem Verzeichnis der Bietsequenzen eine geniale Hilfe zum Ansteuern konkreter Bietfolgen. Allein dies lohnt den Kauf der Bücher.

Fazit: Ein MUSS für jeden, der in FORUM D weiterkommen will.

Alexander v. Dercks, September 2021

Bridge verstehen – Das Arbeitsbuch zur Logik der Gegenreizung

von Stefan Back

Ersterscheinung 2020

ISBN 978-3-00-067027-5

Nach seinem ersten Buch über die Logik der Reizung war es klar, dass Stefan Back nachlegen musste und damit auch die Gegenreizung seiner bestechenden Logik unterzogen hat.

Erneut überzeugt die Darstellung durch hohe Klarheit, Übersichtlichkeit und der Chance, auf eine konkrete Frage schnell die passende Antwort zu finden. So geht es zunächst um die Farb-Gegenreizung allgemein, dann um Informationskontra, SA-Gegenreizung, Zweifärber-Gegenreizung, das „Pass“, die Gegenreizung/Wiederbelebung in 4. Position, die Gegenreizung gegen 1SA sowie die Gegenreizung gegen Sperr-Eröffnungen.  Dem Theorieteil mit allen nur erdenkbaren Karten-Kombinationen folgt nach Backs bewährtem Prinzip der Übungsteil, bei dem die Lösungen direkt anschließend zu finden sind. So macht Lernen Freude.

Der Anhang alleine ist dieses Buch wert: Dort werden Konventionen wie Ghestem, LOTT, Leaping Michaels, Lebensohl, Versuchsgebote und vieles andere mehr sehr verständlich erklärt. Somit ist dieses Buch Lern- und Nachschlaghilfe in einem.

Fazit: Stefan Back kann es einfach. Nicht nur das Bridge-Spielen, sondern auch das Bridge-Erklären.  

Alexander v. Dercks, Dezember 2021

Bridge verstehen – Das Arbeitsbuch zur Logik der Reizung

Bridge verstehen – Das Arbeitsbuch zur Logik der Reizung

von Stefan Back, Ersterscheinung 2017, ISBN 978-3-00-057685-0

Wer Stefan Back aus seinen Seminaren kennt, der weiß, mit welchem Humor und glasklaren Logik er sein Wissen transportieren kann – und warum es so gut beim Schüler ankommt.

Für mich war das Buch drei Jahre nach meinem ersten Bridgeturnier wie der Schlüssel zur Logikwelt der ungestörten Reizung. Backs Einteilung in das Schema „bis 25 Punkte“ und „25 Punkte und mehr“ sowie die Unterscheidung nach schwachen, mittelstarken und starken Blättern und wie sie sich in der partnerschaftlichen Reizung zueinander verhalten ist so einleuchtend, dass es eine Freude ist, dieses Buch immer wieder zur Hand zu nehmen. Die klare Aufteilung der Kapitel von der Eröffnung bis zum 3. Gebot des Eröffners, graphisch gut dargestellt, erlauben auf jeder Stufe der Reizung Antworten auf alle offenen Fragen zu finden. Jedes Kapitel endet mit einem Katalog von Verteilungen, die Auflösungen sind nicht nur die Lösungen, sondern gleichzeitig ein weiterer hilfreicher Lernschritt.

Im Anhang findet man noch die im Buch erwähnten Konventionen (Inverted Minors, Blackwood, Kontrollgebote, Minorwood, Moderateur, NUF, Puppet Stayman, Stenberg, Splinter, Versuchsgebote, VFF, Walsh etc.). Auch dies sehr angenehm zum schnellen Nachlesen in der für Back typischen unverschnörkelten Sprache.

Summa summarum: Für mich DAS Bridgebuch zur ungestörten Reizung überhaupt.  

Alexander v. Dercks, August 2021

25 Bridge-Konventionen

von Barbara Seagram & David Bird, Ersterscheinung 1999 (Originaltitel: „25 bridge conventions you should know”), 8. Auflage 2014, ISBN 978-3-9806482-1-9

Vielleicht ist Eddie Kantar´s Meinung über dieses Buch gleich zu Beginn hilfreich:

„Ein Leser, der fast nichts weiß, wird jedes Kapitel mit der Überzeugung abschließen, dass er die hier erklärten Konventionen spielen kann.“

In der Tat: Es macht Freude, dieses Buch zu lesen. Auch schon wegen seines klaren Aufbaus:

  • Konvention
  • Woher kommt der Name? (gut für die allgemeine Bridgebildung)
  • Beschreibung der Konvention
  • Zusammenfassung
  • Quizfragen mit Lösungen
  • Besonders hervorgehobene kurze Randbemerkungen weisen auf wichtige Details hin.

Als Forum D – Spieler (und darauf weist das Vorwort hin) wird man feststellen, dass in Nordamerika und sicher auch anderswo die einzelnen Konventionen leicht modifiziert gespielt werden. Diese Darstellung muss aber nicht von Nachteil sein – im Gegenteil: Es regt dazu an, die Vereinbarungen mit dem Partner neu zu durchdenken, vielleicht sogar zu ändern. Zumindest gibt es aber spätestens dann einen Aha-Effekt, wenn man mal mit Gegnern am Tisch sitzt, die diese Konvention etwas anders als man selbst spielen.

Die Zusammenfassungen der einzelnen Kapitel sind kurz und prägnant und machen das Buch zu einem leicht zu lesenden Nachschlagewerk für Anfänger (8 einfache Konventionen) und Fortgeschrittene (17 komplexere Konventionen). Daran, dass in der Übersetzung der Begriff „Überruf“ für das im deutschen Sprachgebrauch übliche Wort „Gegenreizung“ verwendet wird, gewöhnt man sich.

Mein Fazit: Ein MUSS für jeden, der seine kleine Bridgebibliothek pflegen will und Freude an Konventionen als „Salz in der Suppe des Bridgespiels“ hat.

Alexander v. Dercks, August 2021

Mit Glaskarten

von Michael Lawrence, Ersterscheinung 1973 („How to read your opponents´ cards“), ISBN 3-934695-02-7

Michael Lawrence hat dieses (sein erstes!) Buch lange vor seinem Werk „Ausspiele“ (vgl. meine Rezension) geschrieben. Trotzdem ist es weit moderner, klarer. Er war seinerzeit erst 32 und in Vorbereitung der Verteidigung des Weltmeistertitels.

Wie oft sitzt man am Tisch und versucht, einen Schlüssel zu finden, wo eine bestimmte Karte sitzt. Nicht immer gibt es einen Hinweis, aber mit schierer Logik lassen sich Karten erstaunlich oft platzieren. Lawrence zeigt den Weg und reichert jedes Kapitel mit Quizfragen an, bei deren Beantwortung man sich gehörig anstrengen muss.

Ein übersichtliches Layout und gut abgrenzte Beispiele lassen einen das Buch mit Freude nach einem beendeten Kapitel wieder in die Hand nehmen. Einem Bridge-Neuling würde ich die Lektüre nicht zumuten wollen, aber sobald ein solides Grundgerüst sowie Turniererfahrung vorhanden und Ambitionen auf mehr da sind kann man dort viele Aha-Effekte erleben.

Alexander v. Dercks, August 2021

Takeout Doubles

von Mike Lawrence, Ersterscheinung 1994 („The complete book on Takeout Doubles“), ISBN 978-3-902625-70-0

Fast 400 Seiten für einen winzigen Ausschnitt eines Unter-Unter-Abschnittes der Reizung? Vielleicht sieht man daran, wie faszinierend vielfältig das Bridgespiel ist.

Während das Kontra früher lediglich den Zweifel an der Erfüllbarkeit eines Kontraktes zum Ausdruck gebracht hat, erfüllt es heute eine Bandbreite an Einsatzmöglichkeiten. Fast immer soll der Partner eine Information erhalten, die nicht zu einem PASS seinerseits führen darf.

Das Buch ist übersichtlich gegliedert. Gerade bei einem so „engen“ Thema fällt es nicht leicht, viele Seiten auf einmal zu lesen. Die gelungene Darstellung lässt zu, diese Lektüre nach einigen Seiten wegzulegen und bald wieder aufzugreifen. Dabei begreift man langsam, was für ein mächtiges Werkzeug das Takeout Double ist.

Fazit: Eine hoch spannende Lektüre für Fortgeschrittene.

Alexander v. Dercks, August 2021

Ausspiele

von Michael Lawrence, Ersterscheinung 1996 („Leads“), ISBN 1-885691-06-8

Michael Lawrence hat eine Vielzahl von Büchern geschrieben. Und es waren auch gute darunter. Dieses hier ist vermutlich sein Schwächstes.

Nicht, dass ich etwas besser wüsste von dem, was drin steht. Aber 351 Seiten anstrengend zu lesendem Druck und Schriftbild, ohne aufmerksamkeitsfördernde grafische Darstellung, in monotoner Sprache und mit viel zu vielen Beispielen …. diese Herausforderung muss man erstmal auf sich nehmen. Wer von sich behaupten kann, dieses Buch von vorn bis hinten gelesen zu haben, der hat Nehmerqualitäten und verdient meinen tiefen Respekt. Vielleicht schafft man es am ehesten häppchenweise.

Bridge und Bridgeliteratur muss nach meinem Dafürhalten Spaß machen. Schade, wo dieses Thema so wichtig und oft spielentscheidend ist.

Alexander v. Dercks, August 2021