B81 – Ein Schlemm mit vielen Baustellen

Ein Schlemm mit vielen Baustellen. Board 15 beim Tea time Turnier des DBV am 17. Oktober mit 60 Tischen.

Die Reizung

Süd ist Teiler und passt. Die Reizung verläuft dann folgendermaßen (Nord/Süd passen immer):

Verteilung West

1

3 (Fit, ab 15 FV)

4 (Pik-Kontrolle, keine Karo-Kontrolle)

5 (3 von 5 keycards)

Verteilung Ost

2 (5-er Coeur, ab 11FL)

4♣ (Schlemminteresse, keine Pik-Kontrolle)

4SA (Ass-Frage)

6

Ein Schlemm mit vielen Baustellen

Als Ausspiel kommt ein kleines Treff von Süd und bei Ansicht des Dummies stellt Ost fest, dass der Schlemm mit 29 Figurenpunkten ziemlich mutig war. Die Verliererzählung ergibt folgendes Bild:

  • Pik: 1 Verlierer (diesen Verlierer könnte man eventuell auf Treff-Ass entsorgen)
  • Coeur: 1 Verlierer (laut Suit play liegt die Wahrscheinlichkeit für 5 Stiche bei 36%)
  • Karo: 3 Verlierer (verschnappen geht nicht, da man dann den Coeur-Schnitt nicht mehr machen kann)

Der Spielplan

Den ersten Stich nimmt Ost mit der D.

Wenn der Coeur-Schnitt nicht sitzt, wird man den Kontrakt nicht erfüllen können. Er wäre dann nur noch erfüllbar, wenn der Pik-König im Schnitt liegt und die Piks beim Gegner 3-3 verteilt sind (35,5 % Wahrscheinlichkeit). Also legt man auf Ost die D vor, die am Stich bleibt. Das ist schon mal eine gute Nachricht.

Problematisch sind die Karos. Selbst wenn der Schnitt zur Dame sitzt, hat man noch immer 2 Verlierer. Die einzige Möglichkeit die Karos loszuwerden, besteht im Hochspielen der Piks. Mit dieser Pik-Haltung auf O/W sollte man jedoch nicht den Schnitt zur Dame machen, sondern klein von West zum Buben auf Ost spielen. Die Wahrscheinlichkeit für 4 Stiche liegt immerhin bei 44 % (siehe auch Statistik-Seite, König fehlt, Nr. 17).

Deshalb spielt man im 3. Stich klein Coeur zur 10 auf West. Das Coeur Ass darf man jetzt nicht abziehen, da es der einzige Übergang zu den Piks ist. Also spielt man ein kleines Pik zum Buben. Interessant ist jetzt auch wie Nord reagieren sollte:

Verteilung West-Nord

Wenn Nord in zweiter Position den König nimmt, macht er zwar den Stich. Er muss allerdings bei dieser Spielweise damit rechnen, dass Ost den Buben hat. Dann wären die restlichen Pik-Stiche hochgespielt. Deshalb muss Nord auf diesen Stich verzichten und die 9 zugeben.

Jetzt macht Ost zwar den Stich mit dem Buben, danach aber nur noch einen weiteren Pik-Stich.

Nimmt Nord den König und spielt Karo nach, ist man nicht mehr auf den Schnitt angewiesen. Man gewinnt den Stich mit dem A, spielt den B, deblockiert die Treffs und geht mit dem A nach Ost. Jetzt kann man auf A und auf die Piks die Karo-Verlierer abwerfen.

Nimmt Nord den König nicht und man gewinnt den Stich auf Ost mit dem Buben, dann hat man jetzt 2 Möglichkeiten. Entweder man setzt darauf, dass die Piks 3-3 beim Gegner verteilt sind. Oder man muss den Karo-Schnitt wagen, um den 12. Stich zu entwickeln.

Bei der aktuellen Verteilung ist nur die zweite Option erfolgreich.

Das Ergebnis

Wie man sieht, sind 12 Stiche möglich, allerdings müssen der Coeur-Schnitt und der Karo-Schnitt sitzen oder der Gegner muss im Gegenspiel einen Fehler machen. Alles in allem hat der Schlemm eher geringe Erfüllungschancen.

An den 60 Tischen wurde der Schlemm 6-mal gereizt und 4-mal erfüllt. Wie man mit offenen Karten sieht, wäre der Top-Kontrakt 6SA gewesen. Den hat allerdings niemand erreicht. Für den sicheren 3SA-Kontrakt erhielt man immerhin noch 86,5%.

  • 6 =: 97,5 %
  • 3SA +3: 86,5 %
  • 4 +2: 65 %
  • 4 +1: 32 %

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